"Wir tun es für Geld" im Fernsehen

Freitag den 27.6. läuft um 20:15 "Wir tun es für Geld" in der ARD. Wenn es euch gefällt, liegt es an der tollen Romanvorlage, die ich geschrieben habe. Wenn es euch nicht gefällt, liegt es am Drehbuch, das ich nicht geschrieben habe. Ist klar, ne? Außerdem hätten sie lieber mir die Hauptrolle geben sollen ...

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Was mit Glück

Ein Skitag in den Alpen. 16:00 Uhr. Die Lifte halten an. Etwas abseits der Bergstation steht die Hütte mit der Terrasse und dem Blick in Weite. Dort gehst du hin, um vor der langen Talabfahrt einen, nur einen, mehr wäre nicht klug, Glühwein zu trinken. Das Getränk, das nur hier und nur um diese Uhrzeit schmeckt.

Du bist lange nicht mehr hier gewesen. Der Anblick der Berge überwältigt dich, du saugst ihn gierig in dich auf. Während sich das Licht mit dem Sinken der Sonne verändert und das Farbspiel auf den Felsen, Wäldern und Schneefeldern nah und fern mit jeder Minute noch schöner wird, beginnst du dir die seltsame Frage zu stellen, womit du all das überhaupt verdient hast.

Die Frage spielt aber zum Glück keine Rolle, denn, hey, du sitzt jetzt einfach hier und es ist gut. Du grinst glückstrunken die Leute um dich herum an, sie grinsen zurück und du weißt, von diesen Momenten wirst du lange, lange zehren.

Und richtig, kaum bist du wieder zuhause, denkst du daran. Du holst die Bilder zurück vor deine Augen, die klare Luft, den köstlichen Glühwein. Und es könnte so schön sein, wäre da nicht dieses Lied. Dieses Lied, das du vor lauter Glück völlig überhört hattest, das aber, wie du nun feststellst, dennoch untrennbar mit deiner Erinnerung verbunden ist: "LIESCHEN, LIESCHEN, LIESCHEN, KOMM EIN BISSCHEN, BISSCHEN, BISSCHEN AUF DEN RASEN, DA KANNST DU BLASEN ..."


"Chantal, heul leiser!"

Ja, ich habe nun auch "Fack ju Göhte" gesehen. Der Film mit der Streber-Pädagogin, die die Problemklasse nicht in den Griff kriegt und dem Dumpfbacken-Macho-Kleingangster, dem – oh Wunder – genau das gelingt. Und am Ende kriegen sich die beiden.

Es hätte alles so fürchterlich schlecht sein können, aber nein – oh Wunder – ich habe stattdessen die vermutlich beste deutsche Filmkomödie seit 1970 gesehen. Ja, doch, ernsthaft.

Gut, was soll mit Darstellern wie Katja Riemann, Karoline Herfurth, Elyas M’Barek und Jana Pallaske schon schiefgehen, fragt man sich reflexartig um  sich im nächsten Moment doch nur wieder an die unzähligen Elendsfilme zu erinnern, in denen all ihr Talent effektlos verpuffte. Nein, Freunde, die großartige Leistung der Mimen in allen Ehren, aber dass "Fack ju Göhte" so überzeugt, liegt vor allem daran, dass Bora Dagtekin das Drehbuch geschrieben hat. Angesichts des sonstigen Elends im deutschen Komödienbusiness bin ich derzeit geneigt, ihn messiasgleich zu verehren.

Herr M. verordnet ein Literaturstudium

Herr M. war ein sagenhaft fauler Mathelehrer. Wir hatten ihn in der 6. Klasse. Kam oft vor, dass Herr M. zur Mathestunde unser Klassenzimmer betrat und einfach nur „Buch auf! Literaturstudium!“ brüllte. Dann setzte er sich ans Pult und begann Klassenarbeiten zu korrigieren. Dass er „Literaturstudium“ brüllte, lässt vielleicht erkennen, warum wir ihn, trotz seiner Faulheit und seinen zudem recht mäßigen didaktischen Fähigkeiten, mochten: Er hatte Humor. Einen ziemlich üblen sarkastischen Humor zwar, aber gleichzeitig genial.

Manchmal korrigierte er während unserer Mathestunde auch unsere eigenen Klassenarbeiten. Direkt vor unserer Nase. Er nahm sich ein Blatt vom Stapel, las genüsslich den Namen vor und begann mit der Fehlersuche. Die emsige Arbeit seines Rotstifts untermalte er mit einem ganzen Kompendium von übertrieben lauten Murmel-, Stöhn- und Seufzgeräuschen, begleitet von gelegentlichen lauten Ausrufen, die uns vor Schreck zusammenfahren ließen. Wir hatten natürlich schnell gelernt, dass sein Darbietungen überhaupt nichts mit der Qualität der jeweiligen Arbeit zu tun hatten, sondern dass er uns einfach nur hemmungslos verarschte.

Für den, dessen Arbeit gerade von Herrn M. korrigiert wurde, hielt sich der Spaß allerdings in Grenzen. Man machte gute Mine zum bösen Spiel, aber wenn er fertig war, sah man ihn unwillkürlich flehentlich an, um vielleicht doch noch einen ehrlichen Hinweis auf die zu erwartende Note zu erhaschen. Das waren immer Herrn M.s größten Momente. Er schaute zurück. Lange. Tiefer Frieden schien dabei in seinem Inneren zu wohnen. Dann schaute er ein letztes mal auf die Arbeit, nickte und fasste das Ergebnis mit einem Wort zusammen: „Durchwachsen“. Zu jedem. Egal ob Einsermusterschüler, Mittelfeldkämpfer oder versetzungsgefährdeter Oberverpeiler, egal ob Eins, Vier oder Sechs, alle Arbeiten waren „durchwachsen“.

Es ist bis heute eines meiner Lieblingsworte.

Dreharbeiten zu "Wir tun es für Geld" haben begonnen

So, jetzt hochoffiziell: Die Dreharbeiten zu "Wir tun es für Geld" haben begonnen. Lukas und Ines werden von Florian Lukas und Diana Amft gespielt und Lukas wird im Film Moritz heißen. Verwirrend? Macht nichts. >> Mehr

Donnerstag 17.10. Read on, my dear in der Z-Bar

Mit Jan-Uwe Fitz, Michael Bukowski, Chloé Emmaline Cingöz und Matthias Sachau
20:30 Uhr
Z-Bar, Bergstr. 2, Berlin-Mitte, U-Rosenthaler Platz
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11.10.2013 Deutschland - Brasilien auf der Buchmesse

Die deutsche Autorennationalmannschaft wird auf der Frankfurter Buchmesse gegen die brasilianische Autorennationalmannschaft antreten. Und der Witz dabei: Ich bin für den deutschen Kader nominiert. Mit anderen Worten, es kann nur mit einer derben Niederlage enden. Wer trotzdem kommen will, hier steht alles, was ihr wissen müsst.

>> Deutschland - Brasilien am 11.10.