Herr M. verordnet ein Literaturstudium

Herr M. war ein sagenhaft fauler Mathelehrer. Wir hatten ihn in der 6. Klasse. Kam oft vor, dass Herr M. zur Mathestunde unser Klassenzimmer betrat und einfach nur „Buch auf! Literaturstudium!“ brüllte. Dann setzte er sich ans Pult und begann Klassenarbeiten zu korrigieren. Dass er „Literaturstudium“ brüllte, lässt vielleicht erkennen, warum wir ihn, trotz seiner Faulheit und seinen zudem recht mäßigen didaktischen Fähigkeiten, mochten: Er hatte Humor. Einen ziemlich üblen sarkastischen Humor zwar, aber gleichzeitig genial.

Manchmal korrigierte er während unserer Mathestunde auch unsere eigenen Klassenarbeiten. Direkt vor unserer Nase. Er nahm sich ein Blatt vom Stapel, las genüsslich den Namen vor und begann mit der Fehlersuche. Die emsige Arbeit seines Rotstifts untermalte er mit einem ganzen Kompendium von übertrieben lauten Murmel-, Stöhn- und Seufzgeräuschen, begleitet von gelegentlichen lauten Ausrufen, die uns vor Schreck zusammenfahren ließen. Wir hatten natürlich schnell gelernt, dass sein Darbietungen überhaupt nichts mit der Qualität der jeweiligen Arbeit zu tun hatten, sondern dass er uns einfach nur hemmungslos verarschte.

Für den, dessen Arbeit gerade von Herrn M. korrigiert wurde, hielt sich der Spaß allerdings in Grenzen. Man machte gute Mine zum bösen Spiel, aber wenn er fertig war, sah man ihn unwillkürlich flehentlich an, um vielleicht doch noch einen ehrlichen Hinweis auf die zu erwartende Note zu erhaschen. Das waren immer Herrn M.s größten Momente. Er schaute zurück. Lange. Tiefer Frieden schien dabei in seinem Inneren zu wohnen. Dann schaute er ein letztes mal auf die Arbeit, nickte und fasste das Ergebnis mit einem Wort zusammen: „Durchwachsen“. Zu jedem. Egal ob Einsermusterschüler, Mittelfeldkämpfer oder versetzungsgefährdeter Oberverpeiler, egal ob Eins, Vier oder Sechs, alle Arbeiten waren „durchwachsen“.

Es ist bis heute eines meiner Lieblingsworte.

Dreharbeiten zu "Wir tun es für Geld" haben begonnen

So, jetzt hochoffiziell: Die Dreharbeiten zu "Wir tun es für Geld" haben begonnen. Lukas und Ines werden von Florian Lukas und Diana Amft gespielt und Lukas wird im Film Moritz heißen. Verwirrend? Macht nichts. >> Mehr

Donnerstag 17.10. Read on, my dear in der Z-Bar

Mit Jan-Uwe Fitz, Michael Bukowski, Chloé Emmaline Cingöz und Matthias Sachau
20:30 Uhr
Z-Bar, Bergstr. 2, Berlin-Mitte, U-Rosenthaler Platz
Mehr >>

11.10.2013 Deutschland - Brasilien auf der Buchmesse

Die deutsche Autorennationalmannschaft wird auf der Frankfurter Buchmesse gegen die brasilianische Autorennationalmannschaft antreten. Und der Witz dabei: Ich bin für den deutschen Kader nominiert. Mit anderen Worten, es kann nur mit einer derben Niederlage enden. Wer trotzdem kommen will, hier steht alles, was ihr wissen müsst.

>> Deutschland - Brasilien am 11.10.

Mittwoch 21.9. Lesung im Rosengarten

Und zwar zusammen mit dem Kollegen Jan-Uwe Fitz ("Wenn ich was kann, dann nichts dafür" u.a.).

19:30 Uhr im Rosengarten / Weinbergspark
Berlin Mitte, 5 Min. von Rosenthaler Platz.
Eintritt frei, Getränke kosten, Wetter wird gut.


Montag 5.8. Auftritt im Café Moabit

Freunde hatten mich vor zwei Monaten zum ersten Mal in die höchst zweifelhafte Multikünstler-Veranstaltung namens "Café Moabit" geschleppt. Es war einer der merkwürdigsten Abende meines Lebens. Naja, und was soll ich sagen, heute muss ich da nun selbst auftreten. "Mach doch einfach was mit Comedy" haben sie gesagt. "Und sing was". Wir werden sehen. Wir. Ihr nicht. Denn ihr kommt ja sicher nicht ...

Mo 5.8. 19:30 Uhr
Café Moabit
Emdener Str. 55
10551 Berlin, U Turmstraße
Mehr >>

Dienstag 16.7. Lesung in Bochum


Helft Sandra / @AliceVanWunder – Letztes Kapitel

Was bisher geschah: Christian Franke alias @arschhaarzopf konnte Sandra nach bitteren fünf Tagen im Frauengefängnis Berlin-Lichtenberg durch Spenden von insgesamt 152 Leuten, die unserem Aufruf auf Twitter gefolgt sind, aus der Ersatzhaft auslösen. Das ist sehr erfreulich. Wir kennen inzwischen die näheren Umstände ihres nicht bezahlten Strafbefehls von 1.800 € und es besteht für uns kein Zweifel mehr, dass es wichtig und gut war, zu helfen. Mehr dazu weiter unten.

Bleiben wir zunächst in der Gegenwart: Wir haben einen Überschuss von sagenhaften 1.632,20 € in der Spendenkasse (Genaueres dazu auf Christians Blog >>). Christian und ich haben gestern länger telefoniert und möchten dieses Geld nun zu gleichen Teilen dem Weißen Ring und der Deutschen Krebshilfe zukommen lassen.

Die Entscheidung für den Weißen Ring ist hoffentlich leicht nachzuvollziehen: Wir bleiben dem Thema Strafe und Gefängnis treu und spenden für einen Verein, der Opfern von Kriminalität hilft und Täter-Opfer-Ausgleiche anbahnt, eine Maßnahme, die in der Regel für alle Betroffenen weitaus besseres bewirkt als Standardstrafen.

Mit der Entscheidung für den zweiten Kandidaten Deutsche Krebshilfe entfernen wir uns vom Thema und nehmen damit schlicht und ergreifend den häufigsten Satz auf, den wir im Lauf der Aktion zu hören bekamen: „Man könnte das Geld doch auch ganz anders verwenden“. Richtig, man kann. Und wir tun es. Und wir sind sicher, dass es auch noch tausend weitere sinnvolle Varianten gäbe.

Was uns am wichtigsten war: Das Geld geht an zwei Vereine, die ihre Arbeit schon lange machen, als absolut skandalfrei gelten und Anliegen vertreten, die aus unserer Sicht über jeden Zweifel erhaben sind. Christian wird die Einzahlungen dokumentieren.

So viel zum letzten Kapitel. Wir möchten allen Spendern und Unterstützern noch einmal herzlich danken. Für die, die es interessiert, möchte ich die ganze Geschichte im Folgenden noch einmal aus meiner Sicht zusammenfassen, auch um herauszustellen, was Christian hier alles geleistet hat.

Die Geschichte, wie ich sie erlebt habe
Am Donnerstag den 4.7. bekam ich einen Anruf meiner Twitterfreundin @AliceVanWunder / Sandra: Sie sei gerade wegen eines nicht bezahlten Strafbefehls über 1.800 € auf dem Weg ins Gefängnis, wo sie, wenn die Summe nicht bezahlt würde, für vier Monate bleiben müsste (nennt sich „Ersatzhaft“). Eine Polizeibeamtin, mit der ich über Sandras Handy sprechen konnte, bestätigte alles und beantwortete Detailfragen. Ich fiel aus allen Wolken.

Mein Dilemma: Einerseits konnte ich, obwohl ich nichts genaues über die Hintergründe des Strafbefehls wusste, den Hilferuf einer Freundin unmöglich ignorieren. Andererseits musste ich am nächsten Tag ein Manuskript abgeben und wollte am übernächsten Tag eine lange geplante Urlaubsreise antreten. Ich wandte mich in meiner Not (auch auf Sandras Vorschlag hin) an @arschhaarzopf / Christian Franke, einen Menschen, der allein schon von Berufs wegen als erfahrener Problemlöser gilt. Christian und ich stimmten uns kurz ab und beschlossen, eine Spendenaktion zu starten.

Ab diesem Zeitpunkt übernahm er die ganze Arbeit. Er schrieb nicht nur den Spendenaufruf, kommunizierte mit Spendern und kümmerte sich um die Buchführung, er übernahm auch noch die nervige Laufarbeit. Als am 8.7. die Summe beisammen war, begab er höchstpersönlich ins ferne Berlin-Lichtenberg, um Sandra beim dortigen Amtsgericht durch eine Bareinzahlung auszulösen und den Einzahlungsbeleg zum Gefängnis zu bringen. Darüber hinaus hielt er während der ganzen Zeit sein breites Kreuz hin, sowohl für berechtigte kritische Fragen, als auch für haltlose Vorwürfe und üble Beschimpfungen.

Ich hatte derweil nichts weiter zu tun, als Anrufe von Sandra entgegenzunehmen und sie auf dem Stand zu halten. Mein Manuskript wurde fertig und ich konnte meinen Urlaub mit dem Gefühl antreten, dass die Angelegenheit in besten Händen war. Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich für Christians großen Einsatz bedanken. Er war da, als man ihn brauchte. Und wie. Selten hat mich ein Mensch so beeindruckt.

Die Antwort auf eine wichtige Frage
Völlig zu recht wurde uns immer wieder die Frage gestellt, wie es denn zu dem Strafbefehl kommen konnte und ob es, Freundschaft hin oder her, nicht richtig sei, dass jemand für seine Verfehlungen gerade steht. Wir müssen zugeben, dass unsere Entscheidung, das Geld für den Strafbefehl zu sammeln und Sandra vier Monate Haft zu ersparen, zunächst eine reine Bauchentscheidung war. Wir hatten keine Ahnung, was sie getan hatte, nur das vage Gefühl, dass Sandra, so wie wir sie kannten, es unmöglich verdient haben konnte, vier Monate im Gefängnis zu sitzen.

Inzwischen wissen wir um die näheren Umstände. Man kann es mit zwei Sätzen zusammenfassen: 1. Sandra wurde ganz übel mitgespielt. 2. Dass der Strafbefehl überhaupt rechtskräftig wurde, liegt an einer Verkettung sehr widriger Umstände. Ich muss sogar meine auf Twitter getätigte Aussage, Sandra hätte die Gerichtspost „verschlunzt“ zurücknehmen. Für Christian und mich gibt es keinen Funken Zweifel mehr, dass es das einzig richtige war, sie aus dieser Situation herauszuholen. Wer die Details unbedingt wissen will, kann sie natürlich selber fragen. Aber vielleicht muss es auch gar nicht sein ...

Ende gut, alles gut und jetzt beginnt eine neue, hoffentlich bessere Geschichte für Sandra.

Buchpremiere "Hauptsache, es knallt" – Mi 26.6. in Berlin

Matthias Sachau & Tim Boltz heiraten

Naja, zumindest tun es ihre Hauptfiguren in ihren neuen Romanen "Hauptsache, es knallt" und "Linksträger". Wer zu unserer infernalischen Dopplbuchpremiere kommt, wird auf jeden Fall weinen. Ob vor Lachen, Rührung oder Entsetzen wird sich zeigen.
>> Mehr

Mittwoch 26.6 / 20:00 Uhr / 5 €
Clinker-Lounge in der Backfabrik
Saarbrückerstr. 36a
10405 Berlin

"Hauptsache, es knallt" erscheint am 10. Juni 2013

Markus und Janina heiraten. Es soll der schönste Tag ihres Lebens werden. Wundervoller Gedanke, aber Janinas bester Freund Tim, wittert Gefahr: Wie soll das klappen, wenn der Standesbeamte zu Lachanfällen neigt, der Trauzeuge ein Volltrottel ist und die Gäste sich spinnefeind sind? Außerdem ist da noch Frau von Weckenpitz, der fiese Hausdrache, der das Schloss verwaltet, auf dem die große Feier steigen soll ... Tim alarmiert seine Clique. Sie nehmen sich fest vor, die Hochzeit zu retten. Keiner ahnt, dass es der härteste Job ihres Lebens wird.

Wer auf Hochzeiten geht, ohne dies Buch gelesen zu haben, ist selbst schuld!


Die nächsten Auftritte

16.4.2013 Köln

Jour Fitz Köln. Zusammen mit Jan-Uwe Fitz u.a.

Im 4010, Ehrenstraße 30-32, 50672 Köln
Beginn 20:00 Uhr, Eintritt + Getränke frei (echt!)
>> Mehr


18.4.2013 Hamburg

Zusammen mit

Jan-Uwe Fitz, Ansgar Oberholz und Peter Breuer

kopiba, Beim grünen Jäger 24, 20359 Hamburg
Beginn 20:00 Uhr

17.1. zu Gast bei Read on my Dear

Read on my Dear extrem
Der Event-Gastwirt Ansgar Oberholz erzählt, wie er sich sein Buch “Für hier oder zum Mitnehmen” aus seinem Doppelkinn geschält hat, und Bestseller-Autor Matthias Sachau verrät, wie er es schafft, jeden Tag einen neuen Roman zu veröffentlichen. Natürlich lesen die beiden auch den ein oder anderen Text vor. Und wenn alle lieb sind, zelebriert Matthias Sachau auch wieder sein legendäres Musik-Quiz, bei dem sich am Ende alle Gewinner wünschen, verloren zu haben. Es moderieren und lesen ebenfalls Jan-Uwe Fitz und Frederic Valin.

Am 17.1. um 20:00 Uhr
Z-Bar, Bergstr. 2, Berlin Mitte